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Vom vielversprechenden Ansatz zur klinischen Studie: Der nächste Schritt der CAR-T-Zelltherapie bei Multipler Sklerose

3 hours ago
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Am Universitätsklinikum Tübingen erreicht die Forschung zur CAR-T-Zelltherapie bei der Multiplen Sklerose eine wichtige neue Phase: Anfang 2027 planen Forschende der Inneren Medizin II und der Neurologie den Start der TU-CART-MS-Studie, einer klinischen Studie zur Untersuchung der CAR-T-Zelltherapie bei Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose.


Die Studie markiert einen Übergang von ersten individuellen Behandlungserfahrungen hin zu einer strukturierten klinischen Untersuchung, die neue Erkenntnisse über die Sicherheit, Wirksamkeit und die biologischen Effekte dieses Therapieansatzes ermöglichen soll.


Von individuellen Erfahrungen zur systematischen Forschung


Die Geschichte der CAR-T-Zelltherapie bei Multipler Sklerose in Tübingen begann mit einzelnen Patientinnen und Patienten, die angesichts einer schwer behandelbaren Erkrankung nach neuen Therapieoptionen suchten. Diese Erfahrungen lieferten wichtige erste Beobachtungen und trugen dazu bei, die Grundlage für den nächsten wissenschaftlichen Schritt zu schaffen.


Eine klinische Studie stellt jedoch andere Fragen.


Während individuelle Behandlungen wertvolle erste Erkenntnisse liefern können, ermöglicht eine klinische Studie, einen Therapieansatz unter definierten Bedingungen systematisch zu untersuchen. Im Rahmen von TU-CART-MS geht es daher insbesondere darum, zu untersuchen, wie sicher eine CAR-T-Zelltherapie bei ausgewählten Patientinnen und Patienten mit Multipler Sklerose durchgeführt werden kann und ob sich erste Hinweise auf einen Einfluss auf den Krankheitsverlauf beobachten lassen.


Eine gemeinsame klinische Fragestellung


TU-CART-MS bringt die Expertise zweier Fachbereiche des Universitätsklinikums Tübingen zusammen. Ärztinnen, Ärzte und Forschende der Inneren Medizin II, Abteilung für Hämatologie und Onkologie, arbeiten eng mit Kolleginnen und Kollegen der Neurologie zusammen.


„Diese Zusammenarbeit spiegelt die Besonderheiten der Therapie wider. Die CAR-T-Zelltherapie erfordert besondere Expertise im Bereich der Zelltherapie und ihrer klinischen Anwendung. Gleichzeitig ist eine spezialisierte neurologische Betreuung essenziell. Indem diese Perspektiven zusammengebracht werden, kann das Forschungsteam sowohl die Therapie als auch die Erkrankung aus unterschiedlichen klinischen Blickwinkeln betrachten.“, sagt Professorin Claudia Lengerke, Ärztin für Hämatologie und Onkologie, und Vorsitzende des Tübinger Zentrums für Zelltherapie.


PD Dr. Antje Giede-Jeppe aus der Klinik für Neurologie beschreibt den Bedarf an neuen Therapieoptionen insbesondere für Patientinnen und Patienten, deren Erkrankung trotz verfügbarer Therapien weiter fortschreitet:


„Es gibt viele Patienten, die sich unter den zugelassenen verlaufsmodifizierenden Therapien trotzdem weiter verschlechtern und drohen, z. B. die Gehfähigkeit zu verlieren. Wir sind sehr froh, dass wir diesen rasch-progredienten Patienten eine Therapieoption anbieten können. Voraussetzung ist, dass sie sonst internistisch gesund sind, damit wir durch sorgfältige Abklärung sicher sein können, dass die CAR-T-Zelltherapie möglichst nur mit geringen Nebenwirkungen vertragen wird.“


Ihre Perspektive verdeutlicht zugleich einen wichtigen Grundsatz der Studie: Medizinische Innovation muss mit einer sorgfältigen Auswahl geeigneter Patientinnen und Patienten und mit größtmöglicher Sicherheit einhergehen.


Expertise vom Labor bis in die Klinik


Die Innere Medizin II bringt umfangreiche Expertise im Bereich der Zelltherapien in das Projekt ein. Die für die Behandlung benötigten CAR-T-Zellen werden direkt am Universitätsklinikum Tübingen hergestellt. Damit liegen Zellherstellung, klinische Anwendung und wissenschaftliche Untersuchung eng beieinander.


Dies schafft die Möglichkeit, nicht nur zu untersuchen, ob die Therapie sicher durchgeführt werden kann, sondern zugleich besser zu verstehen, wie CAR-T-Zellen im Zusammenhang mit einer Autoimmunerkrankung wie der Multiplen Sklerose wirken.


PD Dr. Malte Rörden, der das Projekt innerhalb der Inneren Medizin II begleitet, sieht in der klinischen Studie den nächsten Schritt bei der Weiterentwicklung dieses Forschungsfeldes:


„Die Idee, die eigenen Immunzellen eines Menschen zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen umzuprogrammieren, schien vor nicht allzu langer Zeit noch weit hergeholt. Heute wird dieser Ansatz bei einer Vielzahl von Autoimmunerkrankungen untersucht, und wir freuen uns, einen Beitrag zur Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit der besonders belastenden Erkrankung Multipler Sklerose leisten zu können.“


Gleichzeitig betonen die Forschenden, dass TU-CART-MS erst einen ersten Schritt darstellt. Ziel einer frühen klinischen Studie ist es, neue Erkenntnisse zu gewinnen, die die weiteren Schritte der Forschung ermöglichen und leiten können.


Wie geht es weiter?


Die geplante TU-CART-MS-Studie steht für ein übergeordnetes Ziel der Inneren Medizin II: klinische Expertise, Zelltherapie und Forschung zusammenzubringen, um gezielte Therapieansätze für Patientinnen und Patienten mit schwer behandelbaren Erkrankungen zu entwickeln.


Für Menschen mit rasch fortschreitender Multipler Sklerose besteht weiterhin ein großer Bedarf an neuen Therapieansätzen. Für die Forschenden besteht die Herausforderung darin, sorgfältig zu untersuchen, ob vielversprechende Ansätze zu sicheren und wirksamen Behandlungsmöglichkeiten weiterentwickelt werden können.


TU-CART-MS ist ein Schritt auf diesem Weg.


Raum für innovative Forschung schaffen


HOMMAGE ist der Förderverein der Inneren Medizin II und unterstützt das Engagement der Abteilung für innovative Forschung, klinische Entwicklung sowie die Ausbildung der nächsten Generation von Ärztinnen, Ärzten und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.

Die Arbeit rund um die CAR-T-Zelltherapie bei Multipler Sklerose ist ein Beispiel für die Forschungsaktivitäten innerhalb der Inneren Medizin II und für die interdisziplinäre Zusammenarbeit, die notwendig ist, um neue Ansätze aus dem Labor in die klinische Anwendung zu überführen.


Mit dem nächsten Schritt von TU-CART-MS geht es darum, den nächsten sorgfältigen Schritt zu gehen: die richtigen Fragen zu stellen, wissenschaftliche Erkenntnisse zu gewinnen und herauszufinden, was für Patientinnen und Patienten in Zukunft möglich sein könnte.

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