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Der Organization Award 2026: Praktische medizinische Ausbildung für alle Stationen

5 hours ago
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Medizinische Ausbildung endet nicht im Hörsaal. Viele klinische Verfahren erfordern praktische Übung, räumliches Vorstellungsvermögen und Sicherheit – Fähigkeiten, die nur durch wiederholtes Training entwickelt werden können.


In diesem Jahr unterstützt der von HOMMAGE geförderte Organization Award 2026 einen innovativen Ansatz für die praktische medizinische Ausbildung an der Klinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Tübingen. Dr. Rebecca Fröhlich nutzt das Preisgeld, um eine Sammlung lokal hergestellter medizinischer Trainingsmodelle zu erweitern, die mit 3D-Druckern und einem Lasercutter hergestellt werden.


Lernen durch praktisches Üben

Die Idee ist einfach: Bezahlbare und wiederverwendbare Modelle sollen Ärztinnen und Ärzten, Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung, Pflegepersonal, MFAS und allen in der IM2-Tätigen sowie Medizinstudierenden ermöglichen, medizinische Verfahren in einer sicheren und kontrollierten Umgebung zu üben, bevor sie diese an Patientinnen und Patienten durchführen.


Zu den bereits entwickelten Modellen gehört ein Bronchoskopie-Trainer, mit dem der Umgang mit einem Bronchoskop und das Erkennen anatomischer Strukturen geübt werden können. Weitere Modelle ermöglichen das Training der Portpunktion, der Notfall-Koniotomie oder des intraossären Zugangs über die Tibia.


Anstatt ausschließlich auf kostenintensive kommerzielle Simulationssysteme angewiesen zu sein, werden die Modelle innerhalb der Klinik mit handelsüblichen Technologien und Materialien entwickelt und hergestellt. Die daraus entstehenden Trainingsmodelle können zu einem Bruchteil der Kosten vieler kommerzieller Alternativen hergestellt werden und lassen sich vor allem an die spezifischen Anforderungen der Klinik anpassen.


Von einer Station auf die gesamte Klinik

Der Organization Award 2026 trägt nun dazu bei, diese Idee auf weitere Bereiche der Inneren Medizin II auszuweiten.


Das Preisgeld wird genutzt, um zusätzliche Port-Trainer für die Stationen und die Tagesklinik der Klinik herzustellen. Diese wurden bereits der Tagesklinik/KMT-Ambulanz, sowie den Stationen 92, 85 und 65P und LAF ausgehändigt.


Ziel ist es nicht, die betreute praktische Ausbildung am Patienten zu ersetzen. Vielmehr bieten die Trainer eine zusätzliche Möglichkeit, Abläufe wiederholt zu üben, aus Fehlern zu lernen und praktische Fertigkeiten zu entwickeln, bevor die Anwendung am Patienten erfolgt.


Eine Grundlage für weitere Innovationen

Das Projekt soll über die bereits entwickelten Modelle hinaus weiterwachsen. Auf Anfrage der Pflege von Station 65 ist aktuell der Bau von zwei weiteren Trainern in Planung: es soll einen Trainer zur Demonstration einer PEG geben, sowie einen Trainer zum Üben des Tracheostomawechsels.


Außerdem soll der Bronchoskopie-Trainer künftig aus einem flexibleren Material hergestellt werden, um ein realistischeres Gefühl bei der Anwendung zu ermöglichen. Das DocLab der Medizinischen Fakultät hat zugesagt, den Druck in größerem Maßstab mit TPU, einem flexiblen 3D-Druckmaterial, zu unterstützen.


Langfristig ist das Ziel, eine wachsende Sammlung lokal hergestellter Simulationsmodelle aufzubauen, die an die Bedürfnisse der Inneren Medizin II angepasst werden kann. Auch fortgeschrittene anatomische Datensätze, beispielsweise aus CT-Aufnahmen, könnten künftig genutzt werden, um besonders präzise oder sogar patientenspezifische Modelle für komplexe Eingriffe und die Vorbereitung auf bestimmte Verfahren zu erstellen.


Innovation, die das gesamte Behandlungsteam erreicht

Das Besondere an diesem Projekt ist nicht allein der Einsatz von 3D-Druckern. Im Mittelpunkt steht vielmehr die Idee dahinter: Wenn im klinischen Alltag ein praktisches Problem entsteht, können Ärztinnen und Ärzte eigene Lösungen entwickeln, direkt erproben und kontinuierlich verbessern.


Mit der Unterstützung durch den HOMMAGE Organization Award trägt Dr. Fröhlichs Projekt dazu bei, diese Idee in eine Ressource für die gesamte Klinik zu verwandeln – und schafft damit mehr Möglichkeiten für praktisches Lernen, während medizinische Ausbildung gleichzeitig zugänglich und finanziell nachhaltig gestaltet werden kann.

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